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24. September 2011
Fehlender Zahn häufig Ursache für Kopfschmerzen
Implantate schließen Lücken und verhindern den Kieferknochenabbau

Dr. Hans-Gerd Balks
Zähne zu verlieren, kann viele Ursachen haben – ein Sturz mit dem Mountainbike, eine Schlägerei, der natürliche Knochenrückgang im Alter oder Entzündungen im Kiefer. Alle haben eins gemeinsam: "Zahnlücken sehen nicht nur unschön aus, sondern schaden dem gesamten Kiefer und letztendlich der allgemeinen Gesundheit", sagt Dr. Hans-Gerd Balks, Mitglied des Vereins Rheiner implantologisch tätiger Zahnärzte (RiZ). "Mit der Zeit kippen besonders im Unterkiefer die Zähne hinter der Lücke nach vorn, die hinteren Zahnhöcker heben sich, der Zahn im Oberkiefer sackt in die Lücke des fehlenden Zahns."

Durch die Verschiebungen werden die Kiefergelenke beim Kauen fehlbelastet – sie beginnen zu knacken, Ohren- und Kopfschmerzen, Verspannungen in den Wangen oder im Nacken können die Folge sein. "Ich kenne unzählige Fälle, in denen die Leute über viele Jahre über Kopf- und Nackenschmerzen klagen – die Ursache ist häufig nur ein fehlender Zahn", berichtet Balks.

"Die gute Nachricht: Wir können fast jedes Gebiss wieder hinkriegen", versichert Dr. Alexander Doumat vom RiZ. Lücken können entweder durch Brücken oder durch Implantate geschlossen werden. "Es ist jedoch schade, wenn ich die beiden unversehrten Nachbarzähne um eine Lücke beschleifen muss, weil sie für eine Brücke überkront werden müssen", sagt Balks, "da ist ein Implantat häufig die bessere Lösung."

Implantate werden im Kieferknochen verschraubt – kurios: Sie verhindern den Knochenabbau. Normalerweise hält der Kiefer den kauenden Zahn. Ohne einen solchen Zahn oder eine Imitation wie das Implantat bildet sich der "arbeitslose" Knochen zurück. Eine später notwendige Prothese findet dann oft nicht genug Halt. Auch überraschend: "Ich hatte noch nie einen Patienten, der nach der Operation nennenswerte Schmerzen gehabt hätte; man kann das aber im Vorhinein nicht garantieren", sagt Balks. Elisabeth Kreiner* hat vor sechs Jahren eine Zahnlücke durch ein Implantat schließen lassen: "Ich habe absolut keine negativen Erinnerungen an den Eingriff", sagt sie, "beim Kauen ist das Implantat wie mein eigener Zahn. Ich muss schon mit der Zunge genau nachfühlen, dann merke ich, dass das Material ein anderes ist."

Sind die benachbarten Zähne des ausgefallenen Zahns stark beschädigt oder weisen große, ältere Füllungen auf, liegt eine Brücken-Lösung nahe. "Ein Implantat ist aber auch hier nicht unsinnig", sagt RiZ-Mitglied Dr. Elisabeth Temmen-Tölle, "denn es vermeidet die Knochenschrumpfung." Ist der Kieferknochen bereits zu schmal oder niedrig, kann er durch einen erweiterten chirurgischen Eingriff mit eigenem Knochen oder mit Knochenersatzmaterial aufgebaut werden – so ist ein Implantat fast immer möglich.

Elisabeth Kreiner würde sich immer wieder für das Implantat entscheiden, vorausgesetzt, die finanziellen Mittel sind gegeben: "Das Ziehen des kaputten Zahns war mit mehr Komplikationen verbunden als die Implantat-Operation", vergleicht sie. "Wichtig ist uns, dass der Patient sich zu allen Möglichkeiten von einem Fachmann beraten lässt", betont Balks – rein theoretisch darf jeder Zahnarzt Implantate setzen. "Die Implantologie gehört in die Hände von erfahrenen Leuten. Schließlich birgt jeder operative Eingriff ein Risiko, auch wenn er bei einem Implantat im Normalfall klein und harmlos ist." Der Verein RiZ bietet auf seiner Internetseite daher kostenlos Informationen und kompetente Beratung an.

* Name auf Wunsch der Patientin geändert