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09. Januar 2012
Wurzelbehandlung statt Zahnverlust
RiZ berät Patienten zum Gebisserhalt
Wurzelbehandlung – kaum ein Begriff in der Zahnmedizin löst so starke Assoziationen aus. "Dabei ist die sogenannte Endodontie eine der wichtigsten Möglichkeiten, einen eigenen Zahn zu erhalten", sagt Zahnarzt Dr. Ulrich Micheely vom Verein Rheiner implantologisch tätiger Zahnärzte (RiZ), "und das ist das höchste Ziel der modernen Zahnheilkunde." Schlussendlich dienen dem Zahnerhalt sowohl die Vorsorge als auch die Parodontologie, die sich um Kiefer und Zahnfleisch kümmert, und die Endodontologie.

"Eine tiefgehende Karies, eine Verletzung z. B. durch einen Unfall oder eine tiefe, nervnahe Füllung können zu einer Entzündung des Zahnnervs führen", erklärt Micheely, dies führt zu Zahnschmerzen, da Bakterien das Nervgewebe infizieren. In manchen Fällen "stirbt" der Zahnnerv im Inneren unbemerkt und schmerzfrei ab – ein Zufallsbefund auf einem Röntgenbild kann den Zahnarzt darauf aufmerksam machen, bevor der Zahn Schmerzen verursacht. In beiden Fällen muss sich der Zahnarzt einen Zugang zum Inneren des Zahnes verschaffen und das infizierte Gewebe entfernen. "Ich hatte vorher ein ziemlich unangenehmes Gefühl, weil Wurzenbehandlung ein rotes Tuch zu sein scheint, was man so mitkriegt", gesteht Marvin Hense*. Doch der Eingriff verlief bei ihm schmerzfrei, sodass Hense heute sagt: "Das schlimmste an dem Ganzen war die Angst davor." Mit speziellen Instrumenten und Desinfektionen wird der Hohlraum im Zahn gewebe- und keimfrei gemacht. "Leider ist das Innere des Zahnes nicht so ebenmäßig, wie eine schematische Darstellung vortäuscht", bedauert Micheely. Außerdem haben Zähne nicht immer nur einen, sondern bis zu vier Wurzelkanäle. Diese sind mitunter stark gekrümmt und/oder verengt und erschweren eine exakte Aufbereitung des Kanalsystems. Als nächstes wird der entstandene Hohlraum penibel gefüllt.

"Je aufwändiger die Prozedur, desto besser die Erfolgsaussichten", sagt Micheely, "dennoch bleibt ein Restrisiko, dass der Zahn nicht erhalten werden kann, z. B. durch verbliebenes Gewebe oder nicht aufbereitbare kleine Seitenkanäle etwa in der Wurzelspitze.

Abschließend wird der Zahn dicht mit einer Füllung verschlossen oder je nach Substanzverlust mit einer Krone wieder aufgebaut. "Durch diese modernen Techniken können heute viele Zähne erhalten werden", erklärt Micheely: Wie seine RiZ-Kollegen setzt er daher auf die Aufklärung seiner Patienten. Und das ist wichtig, denn: Ein symptomfreier, auf dem Röntgenbild unauffälliger Zahn kann zum unentbehrlichen Pfeiler für eine notwendige Brückenkonstruktion werden.

"Und die Kosten für eine Brücke oder ein Implantat sind höher als für eine Wurzelbehandlung", gibt Micheely allen denjenigen mit, die sich am liebsten vor einer Wurzelbhandlung drücken würden. "Ich denke, auf diesem Gebiet hat sich in den letzten Jahren Einiges getan", sagt Hense, "für mich ist es jedenfalls kein Problem mehr, wenn Dr. Micheely noch mal sagen sollte: Wurzelbehandlung!"

* Name auf Wunsch der Patientin geändert